Yearly Archives: 2014

So feiert man Silvester in Madrid

 

Zum Jahreswechsel nach Madrid.

12 Weintrauben, ein Glas Sekt, einen goldener Ring und rote Unterwäsche,
das solltest du dir besorgen wenn du vor hast in Madrid das neue Jahr zu begrüßen.

Madrid gehört zu den größten Metropolen der Welt. Die Altstadt ist jedoch überschaubar mit gemütlicher Atmosphäre, vielen Restaurants und Tavernen, und mit ganz viel Charme. Sie bietet die ideale Kulisse für eine ausgelassene Silvesternacht.

Traditionell beginnt die Silvesterfeier in Madrid mit einem ausgiebigen Abendessen im Kreis der Familie. Meist trifft man sich zu diesem Festmahl in einem Restaurant, das zu diesem Anlass mit besonderen Tischdekorationen und Live-Musik aufwartet. Gegessen wird in der Regel ab etwa 21:00 Uhr.

Kurz vor Mitternacht trifft sich dann halb Madrid im Zentrum auf dem Platz an der Puerta del Sol. Dort läutet die Turmuhr am Rathaus mit 12 Schlägen das neue Jahr ein. Ein Ereignis das landesweit live im Fernsehen übertragen wird.
Kurz vor Mitternacht ist es auch an der Zeit die mitgebrachten 12 Glückstrauben (uvas de suerte ) bereitzuhalten. Zu jedem Glockenschlag wird eine der Trauben verzehrt. Wer es schafft beim zwölften Glockenschlag alle 12 Trauben geschluckt zu haben, den erwartet ein gesundes und glückliches Jahr.

Anschließend wird, wie auch an anderen Orten der Welt, mit einem Glas Sekt auf das neue Jahr angestoßen. Jedoch nicht ohne vorher einen goldenen Ring in das Glas geworfen zu haben, das soll den Geldsegen im neuen Jahr garantieren. Auf dem Platz an der Puerta del Sol ist die Stimmung zu diesem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt. Jeder umarmt jeden und man wünscht sich gegenseitig ein gutes neues Jahr.

Salud, dinero y amore (Gesundheit, Geld und Liebe) wünscht man sich in Spanien für das neue Jahr.
Für die Gesundheit und das Glück stehen die Trauben, für das Geld der Goldring im Sektglas und rote Unterwäsche für die Liebe. Und weil sich die Spanierin Glück in der Liebe wünscht, trägt sie zu Silvester eben rote Unterwäsche.

Ab 2:00 Uhr nachts beginnen in den Tavernen dann die Silvesterpartys, die schon mal bis 10:00 Uhr morgens dauern.

Viele Madrilenos verweilen dabei nicht die ganze Nacht in einer Taverne, sondern ziehen von Taverne zu Taverne. Zum Abschluss trifft man sich in der Chocolatería de San Ginés auf eine heiße Schokolade mit Churros.

Lust bekommen? Dann erwarten wir Sie bald in Madrid. Frohes neues Jahr!! 

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Madrid zwischen Kacheln

Wer die Atmosphäre der Stadt bei einem ersten Madrid Spaziergang auf sich wirken lassen will, der wird auf dieser beinahe ziellosen Route unmerklich von Stadtteil zu Stadtteil geführt: von Chamberí über Conde Duque und Malasaña quer durchs Zentrum, nach einem kurzen Abstecher ins Madrid de los Austrias hinein nach Lavapiés und zum Schluss nach Huertas.

Den roten Faden bilden dabei nicht etwa die berühmtesten Monumente der Stadt, sondern kleine Läden und Lokale, deren Fassaden oder Innenräume liebevoll gekachelt sind. Nehmen Sie sich mindestens vier Stunden Zeit, vielleicht aber auch einen ganzen Tag.

Das spanische Wort für Kacheln, azulejos (“glasierter Ton”), ist arabischen Ursprungs, denn die Araber waren es, die während ihrer fast 800 Jahre währenden Herrschaft über große Teile der Iberischen Halbinsel die Kacheln in Mode brachten. Die Idee, an der Fassade mit gekachelten Motiven Werbung fürs eigene Geschäft zu machen, kam in Madrid allerdings viel später auf, im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Auf diesem Madrid Spaziergang werden Sie elf Beispiele davon zu sehen bekommen.

Der Weg beginnt an der Metrostation Quevedo, mitten in Chamberí, einem der teuersten Viertel Madrids. Nehmen Sie den Ausgang zur Calle Arapiles, gehen die Straße ein Stück Richtung Westen, dann gleich die erste Straße rechts und sofort wieder nach links in die Calle Fernando el Católico. Sie werden feststellen, dass die bauliche Pracht des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts nicht mehr ganz vollständig ist, vor allem in Zeiten der Franco-Diktatur (1939-1975) ist man mit dem architektonischen Erbe der Stadt nicht besonders behutsam umgegangen. Rechter Hand stoßen Sie bald auf den Mercado Vallehermoso, eine der schönsten Markthallen Madrids.

Noch ein paar Schritte weiter biegen Sie links in die Calle Galileo ein. An der Ecke steht ein schöner Backsteinbau von 1910, in dem das populäre Kulturzentrum Galileo untergebracht ist. Das Gebäude, das Sie beim Weg die Calle Galileo hinab fern und doch zum Greifen nah vor sich sehen, ist das Edificio de España. Auf der rechten Straßenseite, in Nr. 21, warten dann die ersten Kacheln auf Sie: Das baskische Restaurant La Zamorana wirbt im typisch naiven Stil mit vier Männern beim Bier an seiner Fassade.

Am Ende der Straße biegen Sie links in die viel befahrene Calle Alberto Aguilera ein. Sie ist ein Teilstück der bulevares, die Madrids Innenstadt nach Norden hin begrenzen. An der nächsten Straßenecke (Calle Vallehermoso) sehen Sie Madrids schönste Tankstelle, 1927 im rationalistischen Stil erbaut, 1977 abgerissen und 1996 nach Originalplänen wiedererrichtet. Hier verlassen Sie die Alberto Aguilera und gehen die Calle Conde Duque hinab. Die Straße führt Sie zum Kulturzentrum in der alten Kaserne Conde Duque. Es lohnt sich, einen Blick in die Innenhöfe zu werfen.

Nun gehen Sie nach links über die Plaza Guardias de Corps in die kleine Calle Cristo, die sich an Sommerabenden in eine einzige Freiluftbar verwandelt. Weiter geradeaus folgen Sie der Calle de la Palma, die sich immer mehr zur angesagten Kneipenmeile entwickelt, kreuzen die Hauptverkehrsader San Bernardo, die Sie ein kurzes Stück rechts hinuntergehen, um gleich wieder links in die Calle San Vicente Ferrer einzubiegen. Sie sind jetzt in Malasaña, dem Ausgehviertel der Jugendlichen. Schöne Kacheln sehen Sie an der Bodega Casa do Compañeiro (Hausnr. 44), noch schönere an der Antigua Huevería (dem “alten Eiergeschäft”, heute Rockbar) und die schönsten an der Farmacia Juanse (beide Hausnr. 28), einer Apotheke, die immer noch Werbung für hausgemachte Medizin der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert macht.

Fast am Ende der San Vicente Ferrer geht es rechts in die Corredera Alta de San Pablo, hinab zur Plaza San Ildefonso, dort links in die Calle Colón. In der Nr. 13 wartet La Ardosa mit Bier und Tapas zwischen Kacheln auf Sie. Am Ende der Colón biegen Sie rechts in die Calle Fuencarral, Madrids hippste Modestraße mit Benzinaroma in der Luft. Am Ende der Straße können Sie einen Blick die Gran Vía hinauf- und hinabwerfen – hier stehen Sie übrigens genau unter dem Gebäude der Telefónica. Wenn Sie die Gran Vía glücklich überquert haben, laufen Sie die Calle Montera hinab – zum Straßenbild gehören zum Leidwesen der Anwohner Dutzende von Prostituierten. Schließlich stoßen Sie auf die Puerta del Sol, das Herz Madrids.

Über die Calle Mayor und die Calle Postas geht es zur Plaza Mayor. Nirgendwo ist Madrid touristischer, nirgendwo gemütlicher. In der Südwestecke des Platzes steigen Sie die versteckt liegende Escalerilla de Piedra (Steintreppchen) hinab und laufen über die Calle Cuchilleros zur Puerta Cerrada. Hier haben Sie den Rand des mittelalterlichen Madrid de los Austrias erreicht. Weiter geradeaus geht es in die Cava Baja, eine voll geparkte Straße mit der höchsten Dichte an Tapabars und Restaurants der ganzen Stadt. Eins davon ist La Chata (Nr. 24) mit bemalten Kacheln an der Fassade.

Laufen Sie wieder ein kleines Stück zurück und biegen rechts in die etwas düstere Calle San Bruno ein, die Sie direkt zur ehemaligen Kathedrale San Isidro führt. Dann geht es weiter nach rechts in die Calle Toledo, wo Sie sich gleich wieder links halten, hinein in die Calle Estudios. So gelangen Sie schließlich auf die Plaza Cascorro, den zentralen Platz des sonntäglichen Flohmarkts Rastro. Von dort laufen Sie die Calle Embajadores bergab. Linker Hand (Nr. 9) steht das liebevoll restaurierte Teatro Pavón von 1925, das sich seit 2001 wieder dem klassischen Theater widmet. Weiter unten (Nr. 31) können Sie einem Barbier bei der Arbeit zuschauen, wenn auch nur noch auf Kacheln gemalt.

Dann biegen Sie links ab in die Calle Sombrerete. Nach wenigen Metern sehen Sie rechts eine vom Bürgerkrieg hinterlassene Kirchenruine, die nach einem eleganten Umbau seit 2004 von der Fernuniversität UNED genutzt wird. Die Straße führt weiter bis zur Plaza Lavapiés, dem Herzen des gleichnamigen Viertels. Laufen Sie die Calle Ave María hinauf und biegen rechts ein in die Calle Olmo, die Sie zum Cine Doré mit Jugendstilfassade bringt. Zwischen Kino und Markthalle hindurch gehen Sie durch die kleine Pasaje Doré zur viel befahrenen Calle Atocha. Wenn Sie die überquert haben, sind Sie in Huertas. Geradeaus geht es weiter in der Calle Amor de Dios, an deren Ende Sie links in die Calle Huertas einbiegen, seit 2003 eine der wenigen Fußgängerstraßen Madrids.

Huertas ist traditionell ein beliebtes Ausgehviertel, und einige der Kneipen locken ihre Kunden mit gekachelten Außenwänden: der Irish Pub El Parnasillo in der Calle Príncipe 33, Villa-Rosa in der Nordwestecke der Plaza Santa Ana und schließlich das berühmte Viva Madrid in der kleinen Calle Manuel Fernández González an der Nordostecke der Plaza Santa Ana.

Hier könnte der Spaziergang bei einem kühlen Getränk enden.

Das ist Madrid! :) 

 

 

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Der Palacio Real: Ein Muss bei jedem Madrid-Besuch

 

Der Palacio Real, auch Palacio de Oriente genannt, gehört bei einem Aufenthalt in Madrid einfach zum Pflichtprogramm. Die wuchtige Steinanlage, die mit dem maurischen “Alcázar” von einst an derselben Stelle nichts mehr gemein hat, ist die offizielle Residenz des spanischen Königshauses.

Bis ins 18. Jahrhundert stand auf dem Gelände des heutigen Palastes ein arabisches Burgschloss. Diese von den spanischen Königen genutzte Residenz wurde in der Weihnachtsnacht 1734 durch ein Feuer in Schutt und Asche gelegt und schuf so die Notwendigkeit für einen Neubau. Dies kam dem ersten Bourbonenkönig Felipe V gerade recht: Ihm hatte die zugige Festungsanlage ohnehin nicht gefallen und er wollte ein prächtiges Schloss errichten, vor dem man in Frankreich vor Neid erblassen sollte.

Es wurden ehrgeizige Pläne ausgearbeitet und Felipe V beauftragte den Juvarra-Schüler Juan Bautista Sachetti mit dem Neubau. Die vierflügelige Anlage, für die eigens Granit aus der Sierra de Guadarrama und weisse Colmenar-Steine geholt wurden, wurde innerhalb von 26 Jahren errichtet. König Carlos III und seine Familie bezogen 1764 als erste die teils noch unfertigen Gemächer.

Die Geister über den Königspalast scheiden sich – sowohl über die Stilrichtung als auch über seine Schönheit. Die einen neigen dazu, den Palast als barock zu bezeichnen, andere meinen, er sei klassizistisch. Auch die alte Tradition der Mauren wird in einigen Formen wieder aufgegriffen. Vielen ist das Schloss mit seinen gewaltigen Quadersteinen zu wuchtig, anderen ist es wiederum zu reich dekoriert. In jedem Fall ist es ein beeindruckender, fast einschüchternder Bau. Dem Schloss ist ein breiter Ehrenhof vorgelagert, aus dem die „Puerta del Príncipe“, das Prinzentor, in den Innenhof der quadratischen Anlage führt. Über einem rustikaähnlichen Erdgeschoss erheben sich die hochbarocken Fassaden, die mit Kollossalpilastern, bekrönenden Vasen und Statuen geschmückt sind. Die Galerieflügel des Ehrenhofs sind Erweiterungsbauten aus dem 19. Jahrhundert, die rückwärtige Fassade des Schlosses wird von der Kuppel der Schlosskapelle dominiert. Die Hauptfassade zeigt nach Süden zur Plaza de la Armería, von wo aus man die Komposition im Sonnenlicht glitzern sieht. Dahinter liegt die Parkanlage des Campo de Moro. Von hier aus schweift der Blick über den Manzanares auf den Dunst der Vorstadt.

Die Innenräume des Palacio Real können nur innerhalb einer Führung besichtigt werden. Die Besucher werden durch 50 der insgesamt 280 Gemächer geführt, überall wird die Pracht und der Reichtum aus den vergangenen Jahren deutlich. Es gibt beeindruckende Deckengemälde, wertvolle Gemälde von El Greco bis Goya, über 15.000 Wandteppiche, Fresken, wunderschönes Porzellan und vieles mehr. Der Höhepunkt sind die reich verzierten Privatgemächer von Carlos III. Dazu kommt noch die Sonnenabteilung der königlichen Bibliothek, die königliche Apotheke sowie die umfangreiche königliche Waffensammlung.

Lust auf einen Besuch im Madrider Königspalast bekommen? Kommen Sie mit uns auf eine unvergessbare private Führung! 

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Essen mit Amigos – der Cocido Madrileño

Kichererbsen, Blutwurst und ganz viel Fleisch.

Warum die Madrilenen einen derben Eintopf als Leibspeise haben? 

Manche Gerichte gehen um die Welt. Andere bleiben in ihrer Stadt, als essbares Wahrzeichen. Und dann gibt es noch solche wie den Cocido madrileño. Die Leibspeise der Madrilenen steht auf Hunderten Speisekarten von Chueca bis Lavapiés. Es gibt sogar einen Schlager zu ihren Ehren (“Du bist die pure Seligkeit, Cocidooo…”). Doch außerhalb Spaniens hat kaum jemand auch nur davon gehört.

Der Name verrät allein nicht viel; cocido heißt schlicht “Gekochtes”. Es handelt sich um einen Schmortopf aus Kichererbsen. Aber die Erbsen sind auch das Einzige, was auf den Fotos halbwegs bekömmlich aussieht. Den Rest macht eine Schlachtplatte von erschreckender Fülle, typischerweise mit Kalbshaxe, Schweinsfuß, Blutwurst, Chorizo, einem Markknochen, Fleischbällchen und etwas Alibi-Gemüse

Der Cocido madrileño wird klassischerweise in drei Gängen serviert: 

Als erster Gang wird die Suppe mit der Einlage aus Suppennudeln und Nocken serviert. Hierzu wird gerne eine frische Tomatensauce gereicht, für die die Tomaten gehäutet, gehackt und in Olivenöl angebraten werden.

Als zweiter Gang folgen die Kichererbsen, die mit dem Gemüse (Weißkohl, Karotten und weiße Rübe) auf einer Platte oder Tellern angerichtet werden.

Als dritter Gang folgen die fleischigen Genüsse, die wiederum auf einer Servierplatte oder direkt auf den Tellern serviert werden.

Kommen Sie mit uns einen leckeren Cocido essen! 

Guten Appettit :) 

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Von Madrid in den Himmel

 

Wie wäre es mit einem Wochenende in Madrid? Mode, Kultur, Restaurants … Entdecken Sie mit uns die angesagten Adressen der spanischen Hauptstadt, wie ein echter Madrilene.

Von Madrid in den Himmel“ ist ein Sprichwort, mit dem die stolzen Madrilenen ganz und gar nicht bescheiden ihre pulsierende, unwiderstehlich attraktive Stadt zum Vorzimmer des Paradieses erheben. Kosmopolitisch und charmant provinziell zugleich, ebenso avantgardistisch wie traditionsbewusst, modern und strahlend dekadent: Madrid ist eine Stadt der Kontraste, deren Besuch zu einem spannenden Erlebnis wird.

 

Rund um die drei Paseos (Promenaden) der Stadt, Paseo del Prado, de Recoletos und de la Castellana, wobei letzterer die eigentliche Hauptader der Stadt ist, erstreckt sich ein Gewebe aus Straßen und Boulevards, die den historischen Kern Madrids bilden, den man, was für eine Metropole eher selten ist, sehr gut an einem Wochenende zu Fuß erforschen kann.

 

Für einen echten Madrilenen beginnt der Tag mit einem richtigen Frühstück, zum Beispiel im belebten, typischen Ambiente des Café Commercial. Derart gestärkt begibt er sich dann zu einem der interessantesten Orte der Stadt, dem Markt von San Miguel. Die wunderbar restaurierte Markthalle hat sich im Laufe der Jahre zu einem Delikatessenmarkt für Gourmets entwickelt. Man versorgt sich hier mit Bellota-Schinken und Käse aus verschiedensten Regionen des Landes oder kommt einfach nur auf ein kleines Glas Wermut zum Frühschoppen vorbei, bevor die unvermeidlichen Touristenströme von der benachbarten Plaza Mayor nach San Miguel überschwappen

 

Zeit für Tapeo

 

Das sakrosankte Tapeo-Ritual beginnt im La Venencia. Diese alte traditionelle Bodega, eifrig besucht von einer recht bunt zusammengewürfelten Stammkundschaft, serviert nur Fino (trockener Wein aus Andalusien), begleitet von Mojama (geräucherter Thunfisch) und Fischrogen, zwei sehr beliebten Spezialitäten. Wer lieber Bier trinkt, ist in der ständig rappelvollen Cervecería Cervantes gegenüber der Kirche Cristo de Medinaceli (auch sie ein wichtiger Pilgerort der Einheimischen) besser aufgehoben, oder auch in La Taberna del 9, einer waschechten Tasca (Kneipe) mit unprätentiöser Fassade, wo man abseits der typischen Touristenrouten mitten im Stadtteil Chueca in den Genuss hausgemachter Küche kommt. 

 

Modehauptstadt Madrid

 

Madrilenen ernähren sich jedoch nicht nur von Tapas. Sie haben auch noch andere Bedürfnisse, weshalb Madrid heute ein echtes Mode- und Shoppingparadies ist. Zu nennen wären da zum Beispiel Alma Aguilar mit ihren romantischen Kreationen, die herrlichen Schuhe von Pedro García oder die Brüder Clemente und ihre Marke El Ganso, deren Preppy-Stil nicht nur bei der jüngeren Generation bestens ankommt. Sie alle heben sich von der bei weitem nicht kleinen Welt der etablierten spanischen Modemacher ab, doch es ist zweifellos der Couturier Fernando Lemoniez, der, mit seiner Boutique in der Hausnummer 17 der Calle Argensola, den Madrilener Schick am besten verkörpert.

 

Kunst und Kultur

 

Wie die Mode ist auch die Kultur ein fester Bestandteil des madrilener Lebens. In der Calle Alcala befindet sich der berühmte Círculo de Bellas Artes (Kreis der schönen Künste). Diese Institution ist seit über einem Jahrhundert die Wiege aller großen spanischen Avantgardebewegungen und Kunstströmungen. Das hauseigene Restaurant zählt übrigens zu den bestgehüteten Geheimtipps der spanischen Hauptstadt. Politiker, Geschäftsleute und Künstler pflegen dort in einem grandiosen, perfekt erhaltenen und leicht antiquierten Rahmen ein sehr erschwingliches Tagesmenü zu verspeisen. Das Caixaforum, ein Gebäude der Architekten Herzog und de Meuron, dessen Fassade, ein vertikaler Garten, heute aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken ist, sowie die Stiftung Mapfre sind ebenfalls ein Muss für kulturbeflissene Madrilenen und Besucher. 

 

Madrid by night

 

In der Nacht verwandelt sich der Madrilene, ganz gleich wie konventionell er sich sonst auch geben mag, in einen Trendjäger. Das Cabrera ist im Moment sicher eine der angesagtesten Adressen. Sein Miteigentümer ließ es zu einem Hotspot für Feinschmecker werden, mit Luxus-Tapas im ersten Stock und einer Cocktailbar – momentan voll im Trend – im Keller. Viel von sich reden macht auch das erst vor kurzem eröffnete Nikkei 225, ein weiterer brandaktueller Tipp. Das japanisch-peruanische Restaurant ist bezeichnend für einen neuen Gastro-Trend, der dabei ist, sich Madrid zu erobern. In der Nummer 26 der gleichen Straße bildet die Gastrobar Tomate eine mediterrane und weniger förmliche Alternative zum exotischen Nachbarn. Auch die Tomate ist momentan eine obligatorische Adresse für Beautiful People, die sehen und gesehen werden wollen.

 

Für unermüdliche Nachtschwärmer und Fans von After Partys ist Madrid der Himmel auf Erden. Denn so wie Tapas sind auch Copas (Gläser, die man trinken geht) für Spanier ein echtes Ritual, dem man vorzugsweise in Kneipen mit Kultstatus nachgeht, darunter La Turba, die fast hundertjährige Bar Cock oder das Chicote, das einst Treffpunkt der internationalen Intelligenzija war und in dem so manche madrilener Nacht ihren rauschenden Abschluss findet.

Lust auf Madrid bekommen? Dann meldet Euch bei uns! 

 

Die “Hundertjährigen”

 

Madrid hat viele “Jahrhundert – Restaurants” 

Eines dieser Lokale ist Lhardy.

Madrid verfügt über eine wichtige gastronomische Tradition. Beweis dafür sind die zahlreichen Restaurants, die seit mehr als einem Jahrhundert typische Gerichte der Stadt zubereiten und die besten Weine der Region servieren. Cocido-Eintopf, Kutteln, soldaditos de Pavía, Tortilla und generell, kastilische Küche ist, was in diesen Lokalen geboten wird und den Lauf der Zeit mit Erfolg überlebt hat.

Unter den Madrider Restaurants ist das Lhardy das spanische Königshaus.

Das erhabene und mondäne, weniger als eine Minute von der Puerta del Sol entfernte Traditionshaus wurde 1839 von dem Franzosen Emile Lhardy gegründet, der angeblich in die Stadt kam, weil es hieß, es gäbe in Madrid kein einziges gutes Restaurant. Es liegt an der Carrera de San Jerónimo 8 und war das erste elegante Restaurant Madrids. In seinen Speisesälen trafen sich Politiker und Intellektuelle, was dieses Restaurant zum meist zitierten in der spanischen Literatur macht. Der Glanz des alten Spaniens ist in all den Gasträumen noch spürbar, die alte Tradition des Hauses erlebbar Das Geheimnis der Gerichte war und ist die perfekte Kombination aus europäischer und traditionell spanischer Gastronomie.

Wenn Sie ins Lhardy gehen, begeben Sie sich auf eine Zeitreise.

Alles hat dem Fluss der Zeit stand gehalten: die ursprüngliche Dekoration, die Qualität von Speisen und Service, einschließlich einem silbernen Samowar, in dem noch immer die Brühe warm gehalten wird. Hier ist die Zeit stehen geblieben, hier geht es gediegen zu. Der Glanz des alten Spaniens ist in all den Gasträumen noch spürbar, die alte Tradition des Hauses erlebbar.

Im Lhardy kann man original vergoldete Spiegel, Marmortheken und Messingbeschläge bewundern. Ein Klassiker: Die Consommé, die man sich gegen elf Uhr vormittags direkt aus einer Art grossem Samowar servieren kann. Zur Tapasbar gehört auch ein kleiner Delikatessenladen, in dem man die vielen Spezialitäten auch mit nach Hause nehmen kann. Hier wird alles traditionell hergestellt und “wir versuchen, alles so weit wie möglich so zu machen, wie es immer gemacht wurde”, versichert Küchenchef Ricardo Quintana. 

Viel Spaß bei der Entdeckungsreise und guten Appetit!

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Die schönsten Sonnenuntergänge in Madrid

 

 

Hier sind unsere Tipps, die schönsten Sonnenuntergänge in Madrid zu sehen.

Wenn die Sonne am Horizont versinkt, ist der Weg, den das Sonnenlicht durch die Atmosphäre nimmt, länger, was sich am Himmel durch eine Vielzahl von Farbnuancen zeigt. Diesen kurzen und intensiven Moment der Abenddämmerung haben Maler wie Velazquez, Goya und Antonio Lopez wundervoll in ihren Bildern eingefangen.

Den abendlichen Farbschattierungen, die von zartrosa, über grellorange bis dunkellila reichen, kann man an den folgenden Orten besonders gut frönen:

Debod-Tempel:


Auf dem kleinen Hügel “Principe Pio” ist der Tempel von Debod eines der wenigen Beispiele ägyptischer Architektur außerhalb Ägyptens. Ursprünglich wurde er unter König Adijalamani von Meroe zu Ehren des Gottes Amun im südlichen Ägypten im frühen zweiten Jahrhundert v. Chr. errichtet. Der Bau des Assuan-Staudammes im Jahr 1960 bedrohte die Denkmäler, woraufhin die UNESCO einen internationalen Appell ins Leben rief, um das Kulturerbe zu retten. In Dankbarkeit für die Hilfe bei der Rettung der Tempel von Abu Simbel, schenkte der ägyptische Staat 1968 Spanien den Tempel von Debod, der nach zweijährigem Wiederaufbau am 18. Juli 1972 in Madrid eingeweiht wurde.

Er gilt als einer der schönsten Orte, um den Sonnenuntergang zu betrachten. Hinter dem Tempel öffnet sich ein Balkon mit herrlichem Blick nach Süden und Westen der Stadt. Die Eichen und Kiefern der Casa de Campo wie auch die Bäume des Parque del Oeste leuchten intensiv im Licht der untergehenden Sonne. Über allem thronen die Reste des Tempels, dessen Steine glühen, wenn die Sonne stirbt, und die sich im Teichwasser des Tempels vielfach widerspiegeln.

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Die Sabatini-Gärten:


Gegenüber der Nordfassade des Königspalasts befinden sich die Sabatini-Gärten, die nach ihrem Baumeister Francisco Sabatini benannt wurden. Ursprünglich waren sie als königliche Stallungen konzipiert. Die geometrische Anlage und die privilegierte Lage machen die Gärten zu einem idealen Ort, um das Madrid der Habsburger zu besuchen. Besonders spektakulär erweisen sich die Gärten jedoch in der Abenddämmerung. Der Besuch sollte an der Calle Bailen beginnen, von der aus ein großes, vergittertes Eingangstor und eine alte Treppe zu dem im französischen Stil angelegten Garten führt. In der Mitte des Gartens eignet sich der Platz um den großen rechteckigen Teich, um den symmetrisch Blumenbeete, Brunnen, Bäume und Skulpturen aus weißem Marmor angeordnet sind, am besten dafür, Zeuge des Sonnenuntergangs zu werden und den langsamen Wechsel der Schattierungen von Gelb-und Rottönen zu beobachten, die sich vor den grauen Steinen des Palastes abheben.

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Vistillas:


Wenn man die Plaza de Oriente überquert, gelangt man zu einem der traditionellsten Viertel von Madrid, Las Vistillas. Es erhielt seinen Namen aufgrund des großartigen Blickes in westlicher Richtung der Stadt. Bei schönem Wetter füllen sich die Cafes des kleinen Parks schlagartig, denn sie sind ideal, um den Sonnenuntergang zu genießen. Gleichzeitig bietet der Vistillas-Park eine herrliche Aussicht auf den Parque del Moro, die Almudena-Kathedrale und die Casa de Campo. Eine privilegiertes Panorama von intensiven Farben, das von tiefblau bis feuerrot reicht.

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Der Retiro-See:


Der Retiro-See, einer der beliebtesten Plätze der Madrider, ist immer einen Besuch wert, umso mehr jedoch im Licht der Abendämmerung. Der Bau der Teichanlage wurde 1634 abgeschlossen, doch schon zwei Jahre später wurde sie nochmals auf ihre heutige Größe von 250 x 150 Metern erweitert. Entlang der Hauptachse des Parks verschönert das Licht der untergehenden Sonne die Skulpturen, die den doppelten Säulengang am Ufer des Sees einrahmen wie auch die Reiterstatue von König Alfons XII . In nur einer Stunde verfärbt sich der Himmel in den verschiedensten Schattierungen und spiegelt sich im Wasser des Sees, bis die Nacht hereinbricht. 

 

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Viel Spass wünschen wir! :) 

Tapas in Madrid – vielfältige kleine Gerichte

 
Wenn wir an Spanien denken, fallen uns gleich die Tapas ein. Madrid Touren bietet autentische Tapas Touren und auch Weinverkostung in Madrid an.
Aber was genau sind Tapas und wie isst man Sie?
 
Tapa” ist spanisch und bedeutet ursprünglich  ”Deckel”. In den spanischen Bodegas und Weinbars bekam man früher zu seinem Glas Wein oder Sherry eine Scheibe Brot dazu, um das Glas gegen die Fliegen abzudecken, und um das Aroma des Sherrys im Glas zu bewahren. Mit der Zeit begannen einzelne Gastwirte damit, auf diesem Deckel (=Tapa) einige Oliven oder vielleicht gesalzene Mandeln zu servieren. Allmählich wurden diese kleinen Gerichte immer phantasievoller, und längst schon waren sie nicht mehr nur dazu da, ein Glas abzudecken, sondern um den Gast mit vielen kleinen Gerichten ein vielfältiges Angebot zu offerieren: Die spanische Tapas-Küche war geboren.
 
Unter “Tapas” versteht man heute also ‘vielfältige kleine Gerichte, serviert in kleinen Schalen’. Prinzipiell sind der Phantasie dabei keine Grenzen gesetzt. Wir jedoch führen Sie in hundertjahre alte Tavernen, weit ab vom Touristenpfad, wo Ihnen echte einheimische und hausgemachte Tapas serviert werden. Lassen auch Sie sich verführen von der Vielfalt der spanischen Tapas!
Das Leben in Madrid wäre nicht das gleiche ohne das tapeo-Ritual, dem Sich treffen, begrüßen, essen und trinken.
 
 
Eine Madrider Tapasbar kann verschiedene Bezeichnungen tragen: bar, tasca, bodega, taberna oder auch mesón. Ihr Hauptgeschäft ist vor den Essenszeiten: ab 11 Uhr morgens bis zum Mittagessen (das meistens zwischen 14 und 15 Uhr anfällt), und zwischen 19 und 22 Uhr vor dem Abendessen (kein Setzfehler, die Spanier essen wirklich so spät). Spanier können mit Leichtigkeit viel zu sich nehmen, vor allem wenn sie weintrinkend an der Bar stehen und sich mit ihren Freunden unterhalten. Danach gehen sie erst richtig Essen – obwohl natürlich auch eine Vielzahl einfacher Tapas als Mahlzeit erlaubt sind.
 
Zum tapeo-Ritual gehört der paseo sowie die movida: Man gehe in eine Bar, koste ihre Spezialität, um sich dann zur Nächsten aufzumachen. Dort trifft man dann zufälligerweise noch mehr Freunde, und zusammen wird die nächste Bar ausgekundschaftet. Das Umherziehen ist ein wesentlicher Teil des Vergnügens – eine “laufende” Schlemmerei sozusagen. Tapas können ganz schlicht sein: Oliven, geröstete Mandeln, hauchdünne Scheiben abgehangenen Schinkens, gut gereifter Käse, oder gekochte Garnelen. Dann gibt es Salate und kalte Speisen, wie zum Beispiel ein Cocktail aus Meeresfrüchten, gefüllte Eier, “ensaladilla rusa” (russischer Kartoffelsalat) oder marinierte Muscheln.
Tapas de cocina sind warme Speisen, die oft in kleinen Tonschalen, den “cazuelas” serviert werden: Fleischklöße, Darmsuppe, Huhn mit Knoblauch oder Nieren (“riñones”) in Sherrysauce, um nur einige der vielen Köstlichkeiten aufzuzählen. Schließlich gibt es die Gruppe der fritos, in Olivenöl gebratener/fritierter Tapas. Dazu gehören “croquetas” Kroketten, panierte Garnelen, angeröstetes Gemüse, oder gebratener Fisch. Pinchos sind mundgerechte Tapas die mit Hilfe von Zahnstochern (“palillos”) gegessen werden (Pilze, Schinken, Thunfisch…) während canapés auf einer Scheibe Brot oder Toast serviert werden.
 
In einigen Tapas Bars in Madrid werden Tapas automatisch mit jeder Getränkerunde serviert, zum Beispiel mit Oliven, Kroketten, einem kleinen Canapé. Normalerweise muss jedoch alles Essbare separat bestellt werden, die Bezahlung folgt am Schluß. Aufgepasst: Eine Tapa ist eine Portion für eine Person. Wer also mit Freunden teilen möchte, sollte eine “ración” bestellen. Oft sind die spezifischen Tapas in Glasvitrinen an der Bar ausgestellt, wenn nicht, dann ist das Angebot sicherlich auf einer Tafel irgendwo in der Bar aufgelistet.
 
 
Lust auf Tapas bekommen?
 
Dann laden wir Sie ein mit uns eine autentische Tapas Tour in Madrid zu erleben.
 
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Guten Appetit!
 
 

 

 

Madrid ist auf dem Sprung an die Weinspitze

Ein sprachloser Madrilene ist eigentlich ein Widerspruch in sich. Doch sobald man in einem Lokal Wein bestellt und auf die übliche Frage “Ribera oder Rioja?” mit “aus Madrid” antwortet, weiß das Gegenüber vor Verblüffung nichts zu sagen. Die Weine aus der Umgebung der spanischen Hauptstadt sind wenig bekannt – sogar die Madrilenen haben meist nur davon gehört. Das soll sich künftig ändern, denn der kräftige, elegante Wein aus Madrid muss sich hinter den großen Brüdern aus Rioja und Ribera nicht verstecken.

Um dass gleich auf den ersten Blick zu demonstrieren, haben die Winzer Estrella Orti und Carlos Gosálbez einem ihrer Weine den Namen “Mayrit” verpasst, ein arabischer Name für das Gebiet Madrids. Der Wein ist ein feiner Botschafter: Nuancen von Beeren und Vanille sind dezent, der Wein ist ausgewogen und harmonisch.

In Madrid wird auf insgesamt 7461,61 Hektar Wein angebaut. Im Vergleich dazu die Rioja: 60882 Hektar. Daher sieht man in der Region Madrid auch keine liebliche Landschaft mit von Rebstöcken durchzogenen Weinbergen. Die Gegend hat eher rustikalen Charme. Zwischen Feldern oder Wiesen lugen Rebstöcke hervor, es sind viele kleine Flächen, wie grüne Tupfen.

Das Weinanbaugebiet Madrid war nicht immer so klein. Schriftlich wird der Weinanbau in der Region im 13. Jahrhunderts erstmals erwähnt, doch vermutet man, dass die Karthager und Römer den Weinanbau einführten. Im 15. Jahrhundert wird der beliebte “Vino de Madrid” sogar in der Literatur gepriesen. Im 20. Jahrhundert betrug die Gesamtrebfläche in der Region Madrid rund 60.000 Hektar. Doch ab dem Jahr 1914 vernichtete die Reblaus fast die gesamte Rebfläche.