Monthly Archives: December 2014

So feiert man Silvester in Madrid

 

Zum Jahreswechsel nach Madrid.

12 Weintrauben, ein Glas Sekt, einen goldener Ring und rote Unterwäsche,
das solltest du dir besorgen wenn du vor hast in Madrid das neue Jahr zu begrüßen.

Madrid gehört zu den größten Metropolen der Welt. Die Altstadt ist jedoch überschaubar mit gemütlicher Atmosphäre, vielen Restaurants und Tavernen, und mit ganz viel Charme. Sie bietet die ideale Kulisse für eine ausgelassene Silvesternacht.

Traditionell beginnt die Silvesterfeier in Madrid mit einem ausgiebigen Abendessen im Kreis der Familie. Meist trifft man sich zu diesem Festmahl in einem Restaurant, das zu diesem Anlass mit besonderen Tischdekorationen und Live-Musik aufwartet. Gegessen wird in der Regel ab etwa 21:00 Uhr.

Kurz vor Mitternacht trifft sich dann halb Madrid im Zentrum auf dem Platz an der Puerta del Sol. Dort läutet die Turmuhr am Rathaus mit 12 Schlägen das neue Jahr ein. Ein Ereignis das landesweit live im Fernsehen übertragen wird.
Kurz vor Mitternacht ist es auch an der Zeit die mitgebrachten 12 Glückstrauben (uvas de suerte ) bereitzuhalten. Zu jedem Glockenschlag wird eine der Trauben verzehrt. Wer es schafft beim zwölften Glockenschlag alle 12 Trauben geschluckt zu haben, den erwartet ein gesundes und glückliches Jahr.

Anschließend wird, wie auch an anderen Orten der Welt, mit einem Glas Sekt auf das neue Jahr angestoßen. Jedoch nicht ohne vorher einen goldenen Ring in das Glas geworfen zu haben, das soll den Geldsegen im neuen Jahr garantieren. Auf dem Platz an der Puerta del Sol ist die Stimmung zu diesem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt. Jeder umarmt jeden und man wünscht sich gegenseitig ein gutes neues Jahr.

Salud, dinero y amore (Gesundheit, Geld und Liebe) wünscht man sich in Spanien für das neue Jahr.
Für die Gesundheit und das Glück stehen die Trauben, für das Geld der Goldring im Sektglas und rote Unterwäsche für die Liebe. Und weil sich die Spanierin Glück in der Liebe wünscht, trägt sie zu Silvester eben rote Unterwäsche.

Ab 2:00 Uhr nachts beginnen in den Tavernen dann die Silvesterpartys, die schon mal bis 10:00 Uhr morgens dauern.

Viele Madrilenos verweilen dabei nicht die ganze Nacht in einer Taverne, sondern ziehen von Taverne zu Taverne. Zum Abschluss trifft man sich in der Chocolatería de San Ginés auf eine heiße Schokolade mit Churros.

Lust bekommen? Dann erwarten wir Sie bald in Madrid. Frohes neues Jahr!! 

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Madrid zwischen Kacheln

Wer die Atmosphäre der Stadt bei einem ersten Madrid Spaziergang auf sich wirken lassen will, der wird auf dieser beinahe ziellosen Route unmerklich von Stadtteil zu Stadtteil geführt: von Chamberí über Conde Duque und Malasaña quer durchs Zentrum, nach einem kurzen Abstecher ins Madrid de los Austrias hinein nach Lavapiés und zum Schluss nach Huertas.

Den roten Faden bilden dabei nicht etwa die berühmtesten Monumente der Stadt, sondern kleine Läden und Lokale, deren Fassaden oder Innenräume liebevoll gekachelt sind. Nehmen Sie sich mindestens vier Stunden Zeit, vielleicht aber auch einen ganzen Tag.

Das spanische Wort für Kacheln, azulejos (“glasierter Ton”), ist arabischen Ursprungs, denn die Araber waren es, die während ihrer fast 800 Jahre währenden Herrschaft über große Teile der Iberischen Halbinsel die Kacheln in Mode brachten. Die Idee, an der Fassade mit gekachelten Motiven Werbung fürs eigene Geschäft zu machen, kam in Madrid allerdings viel später auf, im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Auf diesem Madrid Spaziergang werden Sie elf Beispiele davon zu sehen bekommen.

Der Weg beginnt an der Metrostation Quevedo, mitten in Chamberí, einem der teuersten Viertel Madrids. Nehmen Sie den Ausgang zur Calle Arapiles, gehen die Straße ein Stück Richtung Westen, dann gleich die erste Straße rechts und sofort wieder nach links in die Calle Fernando el Católico. Sie werden feststellen, dass die bauliche Pracht des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts nicht mehr ganz vollständig ist, vor allem in Zeiten der Franco-Diktatur (1939-1975) ist man mit dem architektonischen Erbe der Stadt nicht besonders behutsam umgegangen. Rechter Hand stoßen Sie bald auf den Mercado Vallehermoso, eine der schönsten Markthallen Madrids.

Noch ein paar Schritte weiter biegen Sie links in die Calle Galileo ein. An der Ecke steht ein schöner Backsteinbau von 1910, in dem das populäre Kulturzentrum Galileo untergebracht ist. Das Gebäude, das Sie beim Weg die Calle Galileo hinab fern und doch zum Greifen nah vor sich sehen, ist das Edificio de España. Auf der rechten Straßenseite, in Nr. 21, warten dann die ersten Kacheln auf Sie: Das baskische Restaurant La Zamorana wirbt im typisch naiven Stil mit vier Männern beim Bier an seiner Fassade.

Am Ende der Straße biegen Sie links in die viel befahrene Calle Alberto Aguilera ein. Sie ist ein Teilstück der bulevares, die Madrids Innenstadt nach Norden hin begrenzen. An der nächsten Straßenecke (Calle Vallehermoso) sehen Sie Madrids schönste Tankstelle, 1927 im rationalistischen Stil erbaut, 1977 abgerissen und 1996 nach Originalplänen wiedererrichtet. Hier verlassen Sie die Alberto Aguilera und gehen die Calle Conde Duque hinab. Die Straße führt Sie zum Kulturzentrum in der alten Kaserne Conde Duque. Es lohnt sich, einen Blick in die Innenhöfe zu werfen.

Nun gehen Sie nach links über die Plaza Guardias de Corps in die kleine Calle Cristo, die sich an Sommerabenden in eine einzige Freiluftbar verwandelt. Weiter geradeaus folgen Sie der Calle de la Palma, die sich immer mehr zur angesagten Kneipenmeile entwickelt, kreuzen die Hauptverkehrsader San Bernardo, die Sie ein kurzes Stück rechts hinuntergehen, um gleich wieder links in die Calle San Vicente Ferrer einzubiegen. Sie sind jetzt in Malasaña, dem Ausgehviertel der Jugendlichen. Schöne Kacheln sehen Sie an der Bodega Casa do Compañeiro (Hausnr. 44), noch schönere an der Antigua Huevería (dem “alten Eiergeschäft”, heute Rockbar) und die schönsten an der Farmacia Juanse (beide Hausnr. 28), einer Apotheke, die immer noch Werbung für hausgemachte Medizin der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert macht.

Fast am Ende der San Vicente Ferrer geht es rechts in die Corredera Alta de San Pablo, hinab zur Plaza San Ildefonso, dort links in die Calle Colón. In der Nr. 13 wartet La Ardosa mit Bier und Tapas zwischen Kacheln auf Sie. Am Ende der Colón biegen Sie rechts in die Calle Fuencarral, Madrids hippste Modestraße mit Benzinaroma in der Luft. Am Ende der Straße können Sie einen Blick die Gran Vía hinauf- und hinabwerfen – hier stehen Sie übrigens genau unter dem Gebäude der Telefónica. Wenn Sie die Gran Vía glücklich überquert haben, laufen Sie die Calle Montera hinab – zum Straßenbild gehören zum Leidwesen der Anwohner Dutzende von Prostituierten. Schließlich stoßen Sie auf die Puerta del Sol, das Herz Madrids.

Über die Calle Mayor und die Calle Postas geht es zur Plaza Mayor. Nirgendwo ist Madrid touristischer, nirgendwo gemütlicher. In der Südwestecke des Platzes steigen Sie die versteckt liegende Escalerilla de Piedra (Steintreppchen) hinab und laufen über die Calle Cuchilleros zur Puerta Cerrada. Hier haben Sie den Rand des mittelalterlichen Madrid de los Austrias erreicht. Weiter geradeaus geht es in die Cava Baja, eine voll geparkte Straße mit der höchsten Dichte an Tapabars und Restaurants der ganzen Stadt. Eins davon ist La Chata (Nr. 24) mit bemalten Kacheln an der Fassade.

Laufen Sie wieder ein kleines Stück zurück und biegen rechts in die etwas düstere Calle San Bruno ein, die Sie direkt zur ehemaligen Kathedrale San Isidro führt. Dann geht es weiter nach rechts in die Calle Toledo, wo Sie sich gleich wieder links halten, hinein in die Calle Estudios. So gelangen Sie schließlich auf die Plaza Cascorro, den zentralen Platz des sonntäglichen Flohmarkts Rastro. Von dort laufen Sie die Calle Embajadores bergab. Linker Hand (Nr. 9) steht das liebevoll restaurierte Teatro Pavón von 1925, das sich seit 2001 wieder dem klassischen Theater widmet. Weiter unten (Nr. 31) können Sie einem Barbier bei der Arbeit zuschauen, wenn auch nur noch auf Kacheln gemalt.

Dann biegen Sie links ab in die Calle Sombrerete. Nach wenigen Metern sehen Sie rechts eine vom Bürgerkrieg hinterlassene Kirchenruine, die nach einem eleganten Umbau seit 2004 von der Fernuniversität UNED genutzt wird. Die Straße führt weiter bis zur Plaza Lavapiés, dem Herzen des gleichnamigen Viertels. Laufen Sie die Calle Ave María hinauf und biegen rechts ein in die Calle Olmo, die Sie zum Cine Doré mit Jugendstilfassade bringt. Zwischen Kino und Markthalle hindurch gehen Sie durch die kleine Pasaje Doré zur viel befahrenen Calle Atocha. Wenn Sie die überquert haben, sind Sie in Huertas. Geradeaus geht es weiter in der Calle Amor de Dios, an deren Ende Sie links in die Calle Huertas einbiegen, seit 2003 eine der wenigen Fußgängerstraßen Madrids.

Huertas ist traditionell ein beliebtes Ausgehviertel, und einige der Kneipen locken ihre Kunden mit gekachelten Außenwänden: der Irish Pub El Parnasillo in der Calle Príncipe 33, Villa-Rosa in der Nordwestecke der Plaza Santa Ana und schließlich das berühmte Viva Madrid in der kleinen Calle Manuel Fernández González an der Nordostecke der Plaza Santa Ana.

Hier könnte der Spaziergang bei einem kühlen Getränk enden.

Das ist Madrid! :) 

 

 

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Der Palacio Real: Ein Muss bei jedem Madrid-Besuch

 

Der Palacio Real, auch Palacio de Oriente genannt, gehört bei einem Aufenthalt in Madrid einfach zum Pflichtprogramm. Die wuchtige Steinanlage, die mit dem maurischen “Alcázar” von einst an derselben Stelle nichts mehr gemein hat, ist die offizielle Residenz des spanischen Königshauses.

Bis ins 18. Jahrhundert stand auf dem Gelände des heutigen Palastes ein arabisches Burgschloss. Diese von den spanischen Königen genutzte Residenz wurde in der Weihnachtsnacht 1734 durch ein Feuer in Schutt und Asche gelegt und schuf so die Notwendigkeit für einen Neubau. Dies kam dem ersten Bourbonenkönig Felipe V gerade recht: Ihm hatte die zugige Festungsanlage ohnehin nicht gefallen und er wollte ein prächtiges Schloss errichten, vor dem man in Frankreich vor Neid erblassen sollte.

Es wurden ehrgeizige Pläne ausgearbeitet und Felipe V beauftragte den Juvarra-Schüler Juan Bautista Sachetti mit dem Neubau. Die vierflügelige Anlage, für die eigens Granit aus der Sierra de Guadarrama und weisse Colmenar-Steine geholt wurden, wurde innerhalb von 26 Jahren errichtet. König Carlos III und seine Familie bezogen 1764 als erste die teils noch unfertigen Gemächer.

Die Geister über den Königspalast scheiden sich – sowohl über die Stilrichtung als auch über seine Schönheit. Die einen neigen dazu, den Palast als barock zu bezeichnen, andere meinen, er sei klassizistisch. Auch die alte Tradition der Mauren wird in einigen Formen wieder aufgegriffen. Vielen ist das Schloss mit seinen gewaltigen Quadersteinen zu wuchtig, anderen ist es wiederum zu reich dekoriert. In jedem Fall ist es ein beeindruckender, fast einschüchternder Bau. Dem Schloss ist ein breiter Ehrenhof vorgelagert, aus dem die „Puerta del Príncipe“, das Prinzentor, in den Innenhof der quadratischen Anlage führt. Über einem rustikaähnlichen Erdgeschoss erheben sich die hochbarocken Fassaden, die mit Kollossalpilastern, bekrönenden Vasen und Statuen geschmückt sind. Die Galerieflügel des Ehrenhofs sind Erweiterungsbauten aus dem 19. Jahrhundert, die rückwärtige Fassade des Schlosses wird von der Kuppel der Schlosskapelle dominiert. Die Hauptfassade zeigt nach Süden zur Plaza de la Armería, von wo aus man die Komposition im Sonnenlicht glitzern sieht. Dahinter liegt die Parkanlage des Campo de Moro. Von hier aus schweift der Blick über den Manzanares auf den Dunst der Vorstadt.

Die Innenräume des Palacio Real können nur innerhalb einer Führung besichtigt werden. Die Besucher werden durch 50 der insgesamt 280 Gemächer geführt, überall wird die Pracht und der Reichtum aus den vergangenen Jahren deutlich. Es gibt beeindruckende Deckengemälde, wertvolle Gemälde von El Greco bis Goya, über 15.000 Wandteppiche, Fresken, wunderschönes Porzellan und vieles mehr. Der Höhepunkt sind die reich verzierten Privatgemächer von Carlos III. Dazu kommt noch die Sonnenabteilung der königlichen Bibliothek, die königliche Apotheke sowie die umfangreiche königliche Waffensammlung.

Lust auf einen Besuch im Madrider Königspalast bekommen? Kommen Sie mit uns auf eine unvergessbare private Führung! 

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